17. April 2007
Da ich noch nicht dazu gekommen bin, das lang fällige Update der Bücher-Seite fertig zu bekommen, nutze ich DIESE Gelegenheit, Euch das Buch von Claudia Kilian übers “persönliche Schreiben” ans Herz zu legen:
* Tintenklecks und Krakelschrift - Schreiben für die Liebsten
Es war mir eine Ehre, dafür das Vorwort schreiben zu dürfen! Ich habe Claudia als Kursteilmnehmerin kennen gelernt, und es freut mich sehr, dass sie sich das Thema “persönliches Schreiben” so zu eigen gemacht hat, dass dieses schöne und ermunternde Buch entstehen konnte.
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13. Februar 2007
“Analyse eines Lebens - fast ein Roman” - der Untertitel zu Melanies Buch wirkt harmlos, zurückhaltend, sehr bescheiden, und enthält keinerlei WARNUNG vor dem schockierenden Inhalt dieser Berichte aus dem realen Leben. Als ich um die Jahrtausendwende noch in Mecklenburg wohnte, hatten wir übers Netz zueinander Kontakt gefunden. Sie schickte mir verstörende Texte, die so ganz anders waren als das, was ich selbst als “persönliches Schreiben” in meinen rücksichtsvollen Diary-Artikeln zelebrierte: ich verschone den konkreten Menschen, auch dann, wenn ich in besonders miesanthropischer Stimmung bin.
Anders Melanie in ihren sezierenden Betrachtungen, die auch vor dem Allernächsten nicht halt machen. Da heißt es zum Beispiel:
“Ich habe schon lange nicht mit meinem Mann gesprochen. Wenn er nicht schläft, sitzt er auf dem Sofa und sieht fern. Er geht zivilisierten Beschäftigungen wie sich waschen, Zähne putzen, rasieren, sich saubere Sachen anziehen nicht mehr nach. Er trinkt Rotwein, schläft, steht auf, schüttet sein Glas wieder voll, nimmt Pillen zum Weiterschlafen, schläft wieder, schlürft ins Klo, holt sich ein anderes volles Glas, schläft wieder, liest ein wenig Zeitung, holt ein neues Glas Rotwein, schläft wieder, steht gegen fünf nachmittags auf, setzt sich auf die Couch, sieht fern, trinkt Rotwein. Er bewegt sich tagaus, tagein nur im engen Triangel von Bett, Sofa und Toilette und riecht mit der Zeit so stark, daß ich am liebsten mit dem Taschentuch vor der Nase ins Wohnzimmer ginge.” weiter…
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